Kleiderschwimmen
Schwimmen in Bekleidung, teils mit Stiefeln, über eine festgelegte Distanz. Prüft Wassersicherheit, Ruhe und Technik unter erschwerten Bedingungen.
Kleiderschwimmen bedeutet Schwimmen in Bekleidung, teils mit Stiefeln, über eine festgelegte Distanz. Es prüft Wassersicherheit unter realistischen Bedingungen — Kleidung saugt sich voll, zieht nach unten und verändert die Wasserlage komplett.
Was sich im Wasser ändert
Nasse Kleidung erhöht den Wasserwiderstand deutlich und behindert die Schulterbewegung. Kraulen wird ineffizient, weil der Arm nicht frei über Wasser geführt werden kann. Bewährt hat sich Brustschwimmen mit langem Gleiten oder Rückenschwimmen mit Grundschlag — beides erlaubt kontrollierte Atmung und geringen Kraftaufwand.
Stiefel wirken wie Bremsklappen. Der Beinschlag wird kurz und hoch gehalten statt weit ausgeholt.
Ablauf typischer Prüfungen
Häufig kombiniert: Sprung vom Beckenrand oder Turm, festgelegte Strecke in Kleidung, anschließend Ausziehen von Jacke oder Stiefeln im Wasser, teils Bergen eines Gegenstands vom Beckenboden. In militärischen Verfahren erscheint dies unter anderem als truppenübliche Wasserleistungsprüfung (TUKV).
Bewertet wird meist bestanden oder nicht bestanden, teils mit Zeitvorgabe. Panik, Festhalten an der Bahnleine oder Bodenkontakt bedeuten Abbruch.
So trainierst du es
Erst Schwimmtechnik ohne Kleidung sauber machen, dann in Kleidung wiederholen — zunächst kurze Strecken (50 m), dann steigern. Übe zusätzlich das Ausziehen der Kleidung im tiefen Wasser, das Wassertreten in Kleidung sowie das Bergen von Gegenständen.
Kläre die Beckenordnung vorab — nicht jedes Schwimmbad erlaubt Kleiderschwimmen. Vereine mit Rettungsschwimmausbildung sind der einfachste Weg.
Häufige Fragen
Welche Schwimmart ist am besten?+
Brustschwimmen mit langer Gleitphase, alternativ Rückenschwimmen mit Grundschlag. Kraulen ist in Kleidung ineffizient.
Muss ich mit Stiefeln schwimmen?+
Das hängt vom Verfahren ab. Marine- und Spezialkräfteverfahren prüfen es häufig, reguläre Laufbahnen selten.
Wie lange dauert die Umstellung?+
Wer sicher schwimmt, braucht drei bis fünf Einheiten in Kleidung, um Rhythmus und Atmung zu stabilisieren.
Kleiderschwimmen ist Teil der Kategorie Fitness-Test (körperlich) und im Auswahlverfahren-Kontext von Deutschland relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.
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Erwähnt in diesen Ratgebern
Verwandte Begriffe
Sporttest der Bundeswehr aus drei Disziplinen: 11×10-m-Sprinttest, Klimmhang und 1000-m-Lauf (im Auswahlverfahren häufig 3000-m-Fahrradergometer). Löste 2010 den Physical Fitness Test (PFT) ab.
20-Meter-Pendellauf mit alle 60 Sekunden steigendem Tempo nach Tonsignal. Aus der erreichten Stufe wird die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) geschätzt.
Kraftausdauertest über eine feste Zeit oder Wiederholungszahl. Prüft Ganzkörperbelastbarkeit und Atemkontrolle unter hoher Herzfrequenz.
12-Minuten-Lauf, bei dem die zurückgelegte Distanz zählt. Er wird nicht von allen Behörden eingesetzt – mehrere Landespolizeien nutzen stattdessen das Deutsche Sportabzeichen oder eigene Testformate. Die geforderte Distanz ist behörden- und länderabhängig und steht in der jeweiligen Ausschreibung.
Koordinations- und Schnelligkeitsparcours: Sprinten, Rollen über einen Turnkasten und Slalom um Stangen. Wird in einzelnen Landespolizeien und bei Sportabzeichen-Formaten eingesetzt — nicht Bestandteil der bayerischen Sportprüfung nach § 17 FachV-Pol/VS.
12-Minuten-Lauf im belgischen Verteidigungsministerium mit gestaffelten Mindestwerten nach Verwendung und Geschlecht. Für Elite-Einheiten (SFG, SOR, Para/Cdo) deutlich über den regulären Werten.
