Was ist die Erweiterte Grundbefähigung?
EGB steht für Erweiterte Grundbefähigung. Dahinter stehen spezialisierte Kräfte des Deutschen Heeres, die über das Können der Infanterie hinaus für Aufträge befähigt sind, die im Umfeld von Spezialkräften anfallen: Aufklärung tief im gegnerischen Raum, Kampf im Hinterland, Schutz und Unterstützung von Spezialkräfteoperationen.
Wichtig für die Einordnung: Spezialkräfte im Sinne der Bundeswehr-Sprachregelung sind ausschließlich KSK und KSM. EGB-Kompanien gehören zu den spezialisierten Kräften – in der internationalen Systematik zählen sie als Special Operations Forces, weil sie mit Spezialkräften operieren und sie befähigen.
Auftrag und Fähigkeiten
- Aufklärung und Überwachung über längere Zeiträume
- Kampf im gegnerischen Hinterland in kleinen, autarken Teams
- Unterstützung und Befähigung von Spezialkräfteoperationen
- Rückführung und Rettung eigener Kräfte
- Militärische Ausbildungsunterstützung für Partnerkräfte
Der Anspruch: kleine Teams, hohe Selbstständigkeit, lange Durchhaltefähigkeit unter Last. Genau daraus ergibt sich das körperliche und mentale Anforderungsprofil.
Verwendungen und Standorte
EGB-Kräfte sind keine eigene Einheit an einem Standort, sondern in mehreren Verwendungen verankert – schwerpunktmäßig im Bereich der Division Schnelle Kräfte.

Wer sich bewerben kann
Bewerben können sich Soldatinnen und Soldaten aller Laufbahnen – Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere –, die körperlich uneingeschränkt verwendungsfähig sind und die Grundausbildung abgeschlossen haben. Erster Ansprechpartner ist der jeweilige Verband.
Über die formalen Kriterien hinaus zählt vor allem, was sich nicht auf Papier abbilden lässt: körperliche Leistungsfähigkeit, mentale Robustheit, Eigenständigkeit und ein belastbarer Wille.
PFV – Potentialfeststellungsverfahren+
Das Auswahlverfahren bei EGB heißt PFV – Potentialfeststellungsverfahren+. Es prüft über mehrere Tage Leistung, Trainierbarkeit und Belastungsstabilität. Der Ablauf unterscheidet sich je Verband leicht, die Bausteine ähneln sich jedoch stark.
Leistung und Trainierbarkeit
- 3000-Meter-Lauf – Richtwert unter 13:00 Minuten
- Klimmzüge – mindestens 7 saubere Wiederholungen
- Liegestütze & Bauchaufzüge – Kraftausdauer auf Zeit
- Kleiderschwimmen – Wassersicherheit unter Last
- Gepäckmarsch – Lasttragen über längere Distanz
Hallenhindernisparcours
Klettern, Balancieren, Hangeln, Kriechen und Verwundetentransport in Serie. Bewertet wird nicht nur die Zeit, sondern die Bewegungsqualität unter Ermüdung.
Wille unter Dauerbelastung
Aufgaben über mehrere Tage bei knappem Schlaf und wechselnden Bedingungen. Entscheidend sind Durchhaltefähigkeit, Teamverhalten und die Fähigkeit, klar zu denken, wenn die Reserven leer sind.
Die Ausbildung zur EGB-Kraft
Nach bestandenem Verfahren folgt eine mehrmonatige bis mehrjährige Ausbildungsstrecke: Einzelkämpferlehrgänge, Fallschirmsprungdienst, taktische Verwundetenversorgung, Scharfschützen- oder Fernspählehrgänge, Kampf im urbanen Umfeld sowie Ausbildung in extremen Klimazonen.
Erst am Ende dieser Strecke ist eine EGB-Kraft voll einsatzbereit – die Auswahl beweist nur das Potenzial.
EGB, KSK oder KSM – wer macht was?
- EGB: Spezialisierte Kräfte des Heeres – Aufklärung, Kampf im Hinterland, Befähigung von Spezialkräften.
- KSK: Spezialkräfte des Heeres für Sondereinsätze weltweit, vor allem zu Lande.
- KSM: Spezialkräfte der Marine, darunter die Kampfschwimmer – maritime Einsätze.
Für viele ist EGB der realistische erste Schritt – und gleichzeitig eine eigene vollwertige Verwendung mit hohem Anspruch.
Häufige Fragen zu EGB
Was bedeutet EGB?+
Sind EGB-Kräfte Spezialkräfte?+
Welche EGB-Verwendungen gibt es?+
Dürfen sich auch Offiziere bewerben?+
Wie läuft die Auswahl für EGB ab?+
Welche sportlichen Anforderungen gelten?+
Wie bereite ich mich auf das EGB-Auswahlverfahren vor?+
Bereit für EGB?
Hol dir den EGB Report — gezielt auf die aktuellen Anforderungen des Potenzialfeststellungsverfahrens zugeschnitten.
EGB Report













