NXTGEN Athlete

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Spezialisierte Kräfte - Bundeswehr

Die Erweiterte Grundbefähigung des Heeres

Auftrag, Verbände, Voraussetzungen und das Potenzialfeststellungsverfahren der EGB-Kräfte. Hier findest du den vollständigen Überblick, aufbereitet aus offiziellen Quellen der Bundeswehr, internen Quellen sowie jahrelanger Erfahrung mit erfolgreichen Anwärtern.

EGB – Anforderungsprofil & Eckdaten

Mindestalter

18Jahre

Nach Grundausbildung

Altersgrenze

ca. 30Jahre

Verbandsabhängig

3000 m Lauf

< 13:00Min

Richtwert Auswahlverfahren

Klimmzüge

7+

Saubere Ausführung

Gepäckmarsch

20kg

Lasttragen über Distanz

Häufigster Ausscheidegrund

Körperlich

Marsch & Hindernisparcours

Verwendungen

FschJgRgt 26/31

Plus Fallschirmspezialzüge, Spezialpioniere, Feldnachrichtenkräfte, AusbZSpezlOp

Einordnung

SOF

Spezialisierte Kräfte, nicht Spezialkräfte

Überblick

Was ist die Erweiterte Grundbefähigung?

EGB steht für Erweiterte Grundbefähigung. Dahinter stehen spezialisierte Kräfte des Deutschen Heeres, die über das Können der Infanterie hinaus für Aufträge befähigt sind, die im Umfeld von Spezialkräften anfallen: Aufklärung tief im gegnerischen Raum, Kampf im Hinterland, Schutz und Unterstützung von Spezialkräfteoperationen.

Wichtig für die Einordnung: Spezialkräfte im Sinne der Bundeswehr-Sprachregelung sind ausschließlich KSK und KSM. EGB-Kompanien gehören zu den spezialisierten Kräften – in der internationalen Systematik zählen sie als Special Operations Forces, weil sie mit Spezialkräften operieren und sie befähigen.

Aufgaben

Auftrag und Fähigkeiten

  • Aufklärung und Überwachung über längere Zeiträume
  • Kampf im gegnerischen Hinterland in kleinen, autarken Teams
  • Unterstützung und Befähigung von Spezialkräfteoperationen
  • Rückführung und Rettung eigener Kräfte
  • Militärische Ausbildungsunterstützung für Partnerkräfte

Der Anspruch: kleine Teams, hohe Selbstständigkeit, lange Durchhaltefähigkeit unter Last. Genau daraus ergibt sich das körperliche und mentale Anforderungsprofil.

Struktur

Verwendungen und Standorte

EGB-Kräfte sind keine eigene Einheit an einem Standort, sondern in mehreren Verwendungen verankert – schwerpunktmäßig im Bereich der Division Schnelle Kräfte.

EGB-KompanienFschJgRgt 26 (Zweibrücken / Merzig) & FschJgRgt 31 (Seedorf)
Fallschirmspezialzügebeide Züge der Fallschirmjägerregimenter
Spezialpioniereebenfalls EGB-befähigt
Feldnachrichtenkräfte EGBFeldnachrichtenwesen
AusbZSpezlOp PfullendorfAusbildungszentrum Spezielle Operationen – hier findet unter anderem die Ausbildung der EGB-Kräfte statt, auch als Ausbilderverwendung.
Urkunde des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen Pfullendorf: Commanders Coin Nr. 090 für das Team von NXTGEN Athlete
Auszeichnung des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen in Pfullendorf: Commanders Coin Nr. 090 für das Team von NXTGEN Athlete – als Dank und Anerkennung für die Vorbereitung und Motivation junger Menschen auf die Aufnahmeprüfungen der Spezial- und spezialisierten Kräfte (20. März 2025).
Zugang

Wer sich bewerben kann

Bewerben können sich Soldatinnen und Soldaten aller Laufbahnen – Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere –, die körperlich uneingeschränkt verwendungsfähig sind und die Grundausbildung abgeschlossen haben. Erster Ansprechpartner ist der jeweilige Verband.

LaufbahnenMannschaften, Unteroffiziere und Offiziere
Verwendungsfähigkeitvolle körperliche Eignung
ZusatzqualifikationenFallschirmsprungdienst, Sanitätsausbildung, Sprachen und Feldnachrichtenausbildung je nach Verwendung.

Über die formalen Kriterien hinaus zählt vor allem, was sich nicht auf Papier abbilden lässt: körperliche Leistungsfähigkeit, mentale Robustheit, Eigenständigkeit und ein belastbarer Wille.

Auswahlverfahren

PFV – Potentialfeststellungsverfahren+

Das Auswahlverfahren bei EGB heißt PFV – Potentialfeststellungsverfahren+. Es prüft über mehrere Tage Leistung, Trainierbarkeit und Belastungsstabilität. Der Ablauf unterscheidet sich je Verband leicht, die Bausteine ähneln sich jedoch stark.

1
Vorlauf
Bewerbung im Verband
Meldung, Vorgespräch, ärztliche Prüfung
2
Tag 1
Sporttests
3000 m, Klimmzüge, Kraftausdauer
3
Tag 2
Hallenhindernisparcours
Koordination unter Last & Zeitdruck
4
Tag 3
Marsch & Wasser
Gepäckmarsch, Kleiderschwimmen
5
Abschluss
Belastung & Auswahlgespräch
Kognitive Tests, Eignungsbeurteilung
Baustein 1 · Sport

Leistung und Trainierbarkeit

Grundlagen, die vorher stehen müssen
  • 3000-Meter-Lauf – Richtwert unter 13:00 Minuten
  • Klimmzüge – mindestens 7 saubere Wiederholungen
  • Liegestütze & Bauchaufzüge – Kraftausdauer auf Zeit
  • Kleiderschwimmen – Wassersicherheit unter Last
  • Gepäckmarsch – Lasttragen über längere Distanz
Baustein 2 · Parcours

Hallenhindernisparcours

Koordination, wenn der Puls oben ist

Klettern, Balancieren, Hangeln, Kriechen und Verwundetentransport in Serie. Bewertet wird nicht nur die Zeit, sondern die Bewegungsqualität unter Ermüdung.

Baustein 3 · Belastung

Wille unter Dauerbelastung

Schlafentzug, Zeitdruck, Nässe, Kälte

Aufgaben über mehrere Tage bei knappem Schlaf und wechselnden Bedingungen. Entscheidend sind Durchhaltefähigkeit, Teamverhalten und die Fähigkeit, klar zu denken, wenn die Reserven leer sind.

Vorbereitung in Eigenverantwortung. Es gibt kein Programm, das dich vorher formt – schon die Vorbereitung ist Teil der Prüfung.
Nach der Auswahl

Die Ausbildung zur EGB-Kraft

Nach bestandenem Verfahren folgt eine mehrmonatige bis mehrjährige Ausbildungsstrecke: Einzelkämpferlehrgänge, Fallschirmsprungdienst, taktische Verwundetenversorgung, Scharfschützen- oder Fernspählehrgänge, Kampf im urbanen Umfeld sowie Ausbildung in extremen Klimazonen.

Erst am Ende dieser Strecke ist eine EGB-Kraft voll einsatzbereit – die Auswahl beweist nur das Potenzial.

Einordnung

EGB, KSK oder KSM – wer macht was?

  • EGB: Spezialisierte Kräfte des Heeres – Aufklärung, Kampf im Hinterland, Befähigung von Spezialkräften.
  • KSK: Spezialkräfte des Heeres für Sondereinsätze weltweit, vor allem zu Lande.
  • KSM: Spezialkräfte der Marine, darunter die Kampfschwimmer – maritime Einsätze.

Für viele ist EGB der realistische erste Schritt – und gleichzeitig eine eigene vollwertige Verwendung mit hohem Anspruch.

FAQ

Häufige Fragen zu EGB

Was bedeutet EGB?+
EGB steht für Erweiterte Grundbefähigung. Es beschreibt spezialisierte Kräfte des Heeres, die über die Fähigkeiten der Infanterie hinaus für Aufträge im Umfeld von Spezialkräften befähigt sind – etwa Aufklärung und Überwachung, Kampf im gegnerischen Hinterland sowie Unterstützung und Befähigung von Spezialkräften.
Sind EGB-Kräfte Spezialkräfte?+
Nein. In der Sprachregelung der Bundeswehr sind Spezialkräfte ausschließlich KSK und KSM. EGB-Kräfte gehören zu den spezialisierten Kräften. In der internationalen Systematik zählen sie zu den Special Operations Forces, weil sie mit Spezialkräften operieren, sie unterstützen und befähigen.
Welche EGB-Verwendungen gibt es?+
In den EGB-Kompanien der Fallschirmjägerregimenter 26 und 31, in beiden Fallschirmspezialzügen, bei den Spezialpionieren (ebenfalls EGB-befähigt), bei den Feldnachrichtenkräften EGB sowie als Ausbilder am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf, wo unter anderem die Ausbildung der EGB-Kräfte stattfindet.
Dürfen sich auch Offiziere bewerben?+
Ja. EGB steht Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren offen – entscheidend sind volle körperliche Verwendungsfähigkeit, Eignung und das Bestehen des Auswahlverfahrens.
Wie läuft die Auswahl für EGB ab?+
Über das PFV – Potentialfeststellungsverfahren+ des jeweiligen Verbandes. Geprüft werden Sporttests, ein Hallenhindernisparcours, Gepäckmarsch, Schwimmfähigkeit, kognitive Leistung und die Belastbarkeit über mehrere Tage.
Welche sportlichen Anforderungen gelten?+
Als Richtwerte gelten ein 3000-Meter-Lauf unter etwa 13 Minuten, mindestens 7 saubere Klimmzüge, Kleiderschwimmen und ein Gepäckmarsch mit Last. Entscheidend ist die Kombination aus Ausdauer, Kraftausdauer und Lasttragfähigkeit.
Wie bereite ich mich auf das EGB-Auswahlverfahren vor?+
Strukturiert und mehrere Monate im Voraus. Die Vorbereitung liegt in Eigenverantwortung – NXTGEN Athlete begleitet Bewerber gezielt auf die Anforderungen der spezialisierten Kräfte und Spezialkräfte.
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