EGB – Erweiterte Grundbefähigung
Spezialisierte Kräfte des Heeres mit erweiterter Grundbefähigung — in der NATO-Systematik SOF, nicht SF. Verwendungen gibt es in den EGB-Kompanien der Fallschirmjägerregimenter 26 und 31, in beiden Fallschirmspezialzügen, bei den EGB-befähigten Spezialpionieren, bei den Feldnachrichtenkräften EGB sowie am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf. Zugang haben Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere über das Potenzialfeststellungsverfahren (PFV).
Erweiterte Grundbefähigung (EGB) bezeichnet die spezialisierten Kräfte des Heeres. In der deutschen Sprachregelung sind Spezialkräfte ausschließlich KSK und KSM — EGB-Kräfte sind spezialisierte Kräfte, die mit Spezialkräften operieren, sie unterstützen und befähigen. In der englischen Systematik sind KSK, KSM und das HSG 64 Special Forces (SF), EGB-Kompanien dagegen Special Operations Forces (SOF).
Auftrag und Einordnung
EGB-Kräfte übernehmen Aufträge, die über die Fähigkeiten der Infanterie hinausgehen, aber nicht dem Spezialkräfteauftrag von KSK und KSM entsprechen: erweiterte Aufklärung, Zugriff, Schutz- und Unterstützungsoperationen sowie das Befähigen und Verstärken von Spezialkräften in gemeinsamen Operationen.
Die Einordnung ist damit keine Vorstufe zum KSK, sondern eine eigenständige Fähigkeitsebene. Wer EGB als Sprungbrett versteht, verkennt den Auftrag — viele EGB-Soldaten bleiben ihre gesamte Laufbahn in dieser Verwendung.
Verwendungen
EGB-Verwendungen gibt es in den EGB-Kompanien der Fallschirmjägerregimenter 26 und 31, in beiden Fallschirmspezialzügen, bei den EGB-befähigten Spezialpionieren, bei den Feldnachrichtenkräften EGB (Human Intelligence) sowie am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf, an dem unter anderem die Ausbildung der EGB-Kräfte stattfindet.
Es gibt keine eigenständige Spezialaufklärungstruppe mit erweiterter Grundbefähigung — Aufklärung im engeren Sinne leisten die Feldnachrichtenkräfte EGB.
Auswahl: PFV und Ausbildung
Der Zugang läuft über das Potenzialfeststellungsverfahren (PFV). Geprüft werden Ausdauer, Kraftausdauer, Lasttragen, Schwimmen, der Hallenhindernisparcours, Orientierung und kognitive Leistung nach Vorermüdung. Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften können sich bewerben.
Nach bestandenem PFV folgt eine mehrstufige Ausbildung mit Einzelkämpferlehrgang, Sprungausbildung, Sanitätsqualifikationen, Sprengen sowie verwendungsspezifischen Lehrgängen — abhängig davon, ob es in eine EGB-Kompanie, den Fallschirmspezialzug, zu den Spezialpionieren oder zu den Feldnachrichtenkräften geht.
Häufige Fragen
Ist EGB Spezialkraft oder spezialisierte Kraft?+
EGB gehört zu den spezialisierten Kräften. Spezialkräfte im Sinne der Bundeswehr-Sprachregelung sind ausschließlich KSK und KSM. In der englischen Systematik sind KSK, KSM und das HSG 64 Special Forces (SF), EGB-Kompanien dagegen Special Operations Forces (SOF) — Kräfte, die mit SF operieren, sie unterstützen und befähigen.
Dürfen sich Offiziere für EGB bewerben?+
Ja. EGB-Verwendungen sind für Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere offen — der Weg führt in allen Fällen über das PFV.
Wie heißt das EGB-Auswahlverfahren?+
Potenzialfeststellungsverfahren, kurz PFV — mit Sporttest, Hallenhindernisparcours, Lasttragen, Schwimmen und kognitiven Anteilen unter Vorermüdung.
EGB – Erweiterte Grundbefähigung ist Teil der Kategorie Militär – Spezialeinheiten und im Auswahlverfahren-Kontext von Deutschland relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.
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Verwandte Begriffe
Testprinzip, kognitive Aufgaben direkt nach körperlicher Belastung zu lösen; zentral im neuen KSK-Verfahren.
Im Bewerberumfeld kursierende Bezeichnung für eine Hindernis- und Belastungsstation im Spezialkräfte-Kontext. Der Name ist nicht offiziell dokumentiert; verbindlich sind ausschließlich die Stationen, die die Einheit im jeweiligen Verfahren vorgibt.
Heeresverband, dem unter anderem KSK, Fallschirmjäger und Gebirgsjäger für die Krisenreaktion unterstehen.
Kompanie mit erweiterter Grundbefähigung in den Fallschirmjägerregimentern 26 (Zweibrücken) und 31 (Seedorf). Sie stellt spezialisierte Kräfte für Aufklärung, Zugriff und Kräfteschutz.
Historische Bezeichnung: Das Eignungsfeststellungsverfahren war bis zur Reform das KSK-Auswahlverfahren und wurde vollständig durch das Potenzialfeststellungsverfahren (PFV) ersetzt. Wer heute Unterlagen mit EFV findet, arbeitet mit veraltetem Stand.
Spezialisierter Zug in beiden Fallschirmjägerregimentern mit EGB-Befähigung, Sprungqualifikation und Auftrag zur Spezialaufklärung im erweiterten Vorfeld.
