🇩🇪DeutschlandMilitär – Spezialeinheiten

PFV – Potenzialfeststellungsverfahren

PFV steht für Potenzialfeststellungsverfahren. Es ist keine einzelne, einheitliche Prüfung, sondern die Sammelbezeichnung für die mehrstufigen Auswahlverfahren mehrerer Verwendungen der Bundeswehr — unter anderem KSK, KSM und EGB. Ablauf, Stationen und Grenzwerte legt jede Einheit selbst fest und passt sie regelmäßig an; verbindlich ist immer die aktuelle Verfahrensbeschreibung der jeweiligen Einheit. Gemeinsame Bausteine sind in der Regel Ausdauer, Kraft, Schwimmen, Orientierung, Koordination und kognitive Leistung unter Vorermüdung.

PFV steht für Potenzialfeststellungsverfahren. Es ist kein einziges, einheitliches Verfahren, sondern der Sammelbegriff für die mehrstufigen Auswahlverfahren verschiedener Verwendungen der Bundeswehr — etwa KSK, Kommando Spezialkräfte Marine (Kampfschwimmer) und die EGB-Verwendungen. Jede Einheit gestaltet ihr PFV eigenständig: Stationen, Reihenfolge, Dauer und Grenzwerte unterscheiden sich und werden regelmäßig angepasst. Verbindlich ist immer die aktuelle Verfahrensbeschreibung der Einheit, bei der du dich bewirbst.

Was im Verfahren geprüft wird

Grundlagen zuerst: Ausdauer über Lauf und Marsch, Kraftausdauer mit Klimmzügen, Liegestützen und Rumpfarbeit, Hindernis- und Kletterfähigkeit, Wasserleistung (beim KSM mit Zeit-, Streckentauch- und Apnoe-Anteilen), dann die eigentliche Selektion: mehrtägige Belastung mit Märschen, Aufgaben, Führungssituationen, wenig Schlaf und ständig wechselnden Vorgaben.

Parallel laufen kognitive Tests und psychologische Diagnostik, häufig im ermüdeten Zustand. Am Ende entscheidet eine Kommission über Gesamteignung — Leistung, Verhalten, Teamfähigkeit, Belastbarkeit und Charakter.

PrioritätInhaltWarum
1Marschfähigkeit mit 20–30 kgHäufigster Ausscheidegrund sind Füsse und Überlastung
2GrundlagenausdauerTrägt alle Tage, nicht nur den ersten
3Kraftausdauer und GriffkraftKlettern, Tragen, Überwinden
4Wasser (v. a. KSM)Technik und Ruhe, nicht Kraft
5Kopf unter ErmüdungKognitive Tests nach Belastung
Trainingsprioritäten für das PFV

Vorbereitung über 12 Monate

Baue in Blöcken: drei Monate Grundlagen (Laufen, Kraft, Technik), drei Monate Lastentragen und Marschaufbau, drei Monate Kombinationsbelastung mit Doppeleinheiten, drei Monate Simulation mit Mehrtagesblöcken, Schlafrestriktion und Aufgaben nach Belastung. Alle vier Wochen eine Entlastungswoche — Überlastung ist der Hauptgrund, warum Bewerber nicht antreten können.

Ergänze das, was fast alle vergessen: Fusspflege, eingelaufenes Schuhwerk, Ernährung im Feld, Ausrüstungsroutine, Selbstorganisation bei Schlafmangel.

Verhalten im Verfahren

Bewertet wird durchgehend: Wie reagierst du auf Kritik, wie hilfst du im Team, wie bleibst du präzise, wenn du müde bist? Aufgeben mit guter Erklärung ist Aufgeben. Gleichzeitig zählt Ehrlichkeit — Verletzungen zu verschweigen, gefährdet dich und das Team.

Häufige Fragen

Wer darf am PFV teilnehmen?+

Soldaten mit abgeschlossener Grundausbildung und Truppenerfahrung, Unteroffiziere und Offiziere. Zivilbewerber gehen zunächst den regulären Weg in die Bundeswehr.

Wie lange dauert das PFV?+

Je Teil unterschiedlich; insgesamt erstreckt sich das Verfahren über mehrere Wochen bis Monate mit einer mehrtägigen Belastungsphase als Kern.

Was ist der häufigste Ausscheidegrund?+

Überlastungsverletzungen und Fussprobleme sowie Leistungseinbruch ab Tag zwei — fast immer bei Bewerbern, die zu wenig mit Last marschiert sind.

Gilt das PFV auch für EGB?+

Ja. Die EGB-Kräfte wählen über das PFV aus; die Anforderungen unterscheiden sich in Teilen von KSK und KSM.

Im Kontext

PFV – Potenzialfeststellungsverfahren ist Teil der Kategorie Militär – Spezialeinheiten und im Auswahlverfahren-Kontext von Deutschland relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.

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Verwandte Begriffe

Potenzialfeststellungsverfahren (PFV, Bundeswehr)DE

KSK-spezifische Ausprägung des Potenzialfeststellungsverfahrens (PFV) in zwei Teilen mit körperlichen, kognitiven, koordinativen und psychologischen Prüfungen; ersetzt das frühere Eignungsfeststellungsverfahren (EFV). Ausführlich beschrieben im Haupteintrag PFV – Potenzialfeststellungsverfahren.

Belastung unter VorermüdungDE

Testprinzip, kognitive Aufgaben direkt nach körperlicher Belastung zu lösen; zentral im neuen KSK-Verfahren.

Burnert-BahnDE

Im Bewerberumfeld kursierende Bezeichnung für eine Hindernis- und Belastungsstation im Spezialkräfte-Kontext. Der Name ist nicht offiziell dokumentiert; verbindlich sind ausschließlich die Stationen, die die Einheit im jeweiligen Verfahren vorgibt.

DSK – Division Schnelle KräfteDE

Heeresverband, dem unter anderem KSK, Fallschirmjäger und Gebirgsjäger für die Krisenreaktion unterstehen.

EGB – Erweiterte GrundbefähigungDE

Spezialisierte Kräfte des Heeres mit erweiterter Grundbefähigung — in der NATO-Systematik SOF, nicht SF. Verwendungen gibt es in den EGB-Kompanien der Fallschirmjägerregimenter 26 und 31, in beiden Fallschirmspezialzügen, bei den EGB-befähigten Spezialpionieren, bei den Feldnachrichtenkräften EGB sowie am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf. Zugang haben Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere über das Potenzialfeststellungsverfahren (PFV).

EGB-KompanieDE

Kompanie mit erweiterter Grundbefähigung in den Fallschirmjägerregimentern 26 (Zweibrücken) und 31 (Seedorf). Sie stellt spezialisierte Kräfte für Aufklärung, Zugriff und Kräfteschutz.

Quellen & Faktenbasis

Zuletzt geprüft am

Alle Anforderungen, Zeiten und Verfahrensbezeichnungen auf dieser Seite werden gegen offizielle Quellen geprüft. Verfahren können sich ändern — im Zweifel gilt immer die Ausschreibung der jeweiligen Einheit oder Behörde.

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