Besoldungstabelle Bundeswehr
Gesetzliche Gehaltstabelle des Bundes, in der jedem Dienstgrad eine Besoldungsgruppe (A3 bis B-Ämter) und innerhalb der Gruppe eine Erfahrungsstufe zugeordnet ist. Wer sein Gehalt schätzen will, braucht drei Angaben: Dienstgrad, Besoldungsgruppe und Dienstjahre.
Wie viel verdient man bei der Bundeswehr?
Das Gehalt bei der Bundeswehr ergibt sich nicht aus Verhandlung, sondern aus drei Faktoren: Dienstgrad bestimmt die Besoldungsgruppe (A3 bis A16), Dienstjahre bestimmen die Erfahrungsstufe, und Verwendung bestimmt die Zulagen. Dazu kommen Sachleistungen wie freie Heilfürsorge, Unterkunft und Verpflegung, die im Bruttovergleich mit der Privatwirtschaft fehlen.
So rechnest du dein Bundeswehr-Gehalt in 4 Schritten
- 1Dienstgrad in Besoldungsgruppe übersetzenAnlage zum Bundesbesoldungsgesetz nutzen: der Dienstgrad bestimmt die Gruppe (A3 bis A16), nicht die Verwendung oder der Standort.
- 2Erfahrungsstufe bestimmenInnerhalb der Gruppe steigt das Grundgehalt in Stufen mit der Dienstzeit. Frühe Einsteiger liegen bei gleichem Dienstgrad über Späteinsteigern.
- 3Zulagen prüfenFamilienzuschlag, Stellenzulagen sowie Erschwerniszuschläge für Sprung-, Tauch-, Kampfmittel- und Spezialkräftedienst. Zulagen hängen an der Verwendung und fallen bei Wechsel weg.
- 4Sachleistungen dagegenrechnenFreie Heilfürsorge, Unterkunft, Truppenverpflegung, Berufsförderungsdienst und Ruhegehalt tauchen in keiner Tabelle auf, verschieben den Vergleich zum Zivilgehalt aber deutlich.
Die Besoldungstabelle des Bundes legt fest, was ein Soldat verdient: jeder Dienstgrad hat eine Besoldungsgruppe, jede Gruppe mehrere Erfahrungsstufen. Verhandelt wird nichts — gerechnet wird mit Dienstgrad, Gruppe und Dienstjahren.
Dienstgrad, Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe
Die Besoldungsgruppe folgt dem Dienstgrad, nicht der Verwendung. Ein Feldwebel im Spezialkräfteumfeld und ein Feldwebel im Instandsetzungszug stehen im gleichen Grundgehalt — der Unterschied entsteht ausschließlich über Zulagen.
Die Erfahrungsstufe steigt mit Dienstzeit in festen Intervallen. Wer früh einsteigt, sammelt Stufen früher und liegt bei gleichem Dienstgrad über einem Späteinsteiger.
| Dienstgrad (typisch) | Besoldungsgruppe | Laufbahn |
|---|---|---|
| Soldat / Gefreiter | A3 | Mannschaften |
| Obergefreiter bis Oberstabsgefreiter | A4 bis A6 | Mannschaften |
| Unteroffizier / Stabsunteroffizier | A5 bis A6 | Unteroffiziere ohne Portepee |
| Feldwebel / Oberfeldwebel | A7 bis A8 | Unteroffiziere mit Portepee |
| Hauptfeldwebel bis Oberstabsfeldwebel | A8 bis A9 | Unteroffiziere mit Portepee |
| Leutnant / Oberleutnant | A9 bis A10 | Offiziere |
| Hauptmann / Stabshauptmann | A11 bis A13 | Offiziere |
| Major bis Oberst | A13 bis A16 | Stabsoffiziere |
Was zusätzlich aufs Konto kommt
Auf das Grundgehalt kommen Familienzuschlag, Stellenzulagen sowie Erschwerniszuschläge für Sprung-, Tauch-, Kampfmittel- und Spezialkräftedienst. Im Auslandseinsatz zahlt der Auslandsverwendungszuschlag je nach Gefährdungsstufe.
Freie Heilfürsorge, Unterkunft am Standort, Truppenverpflegung und der Berufsförderungsdienst sind Sachleistungen. Sie stehen in keiner Tabelle, verschieben den echten Vergleich mit einem Zivilgehalt aber deutlich.
Typischer Verlauf über die Dienstjahre
Wer als Mannschaftssoldat einsteigt, bewegt sich in den ersten Jahren durch A3 bis A6 und steigt beim Wechsel in die Feldwebellaufbahn nach A7. Der größte Sprung im Lebensverlauf entsteht nicht durch eine einzelne Beförderung, sondern durch den Laufbahnwechsel — Mannschaft zu Unteroffizier, Unteroffizier zu Offizier.
Für die Planung heißt das: Frühzeitig klären, welche Laufbahn zum Ziel passt. Wer eine Spezialverwendung anstrebt, landet meist in der Feldwebellaufbahn, weil dort die operativen Verwendungen mit Erschwernis- und Spezialzulagen liegen.
| Phase | Typische Gruppe | Was den Sprung auslöst |
|---|---|---|
| Grundausbildung / erste Jahre | A3 bis A5 | Dienstzeit und Beurteilung |
| Erfahrener Mannschaftsdienstgrad | A5 bis A6 | Erfahrungsstufen, Beförderung |
| Feldwebellaufbahn | A7 bis A9 | Laufbahnwechsel plus Feldwebellehrgang |
| Offizierlaufbahn | A9 bis A13 | Studium bzw. Offizierausbildung |
Häufige Rechenfehler
Drei Fehler tauchen in Foren immer wieder auf: Zulagen werden als dauerhaft eingeplant, obwohl sie an eine Verwendung gebunden sind. Alte Tabellen werden zitiert, obwohl Besoldungsrunden die Beträge verschieben. Und Sachleistungen wie Heilfürsorge oder Unterkunft werden im Vergleich mit einem Zivilgehalt komplett ignoriert.
Warum Brutto-Vergleiche mit der Privatwirtschaft in die Irre führen
Beim Angestellten gehen rund 20 Prozent des Bruttos für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung ab. Beim Soldaten nicht: Krankenversorgung läuft über die freie Heilfürsorge, Altersversorgung über Ruhegehalt beziehungsweise Nachversicherung. Ein Bundeswehr-Brutto von X entspricht deshalb einem deutlich höheren Zivilbrutto.
Rechne beim Vergleich also erst Krankenversicherung, Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsabsicherung auf das Zivilangebot auf. Nimm dazu die Sachleistungen und den Berufsförderungsdienst — dann erst wird das Bild fair.
| Kostenblock | Soldat | Angestellt privat |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | Freie Heilfürsorge | Beitrag vom Brutto |
| Altersvorsorge | Ruhegehalt / Nachversicherung | Beitrag vom Brutto |
| Arbeitslosenversicherung | Kein Beitrag | Beitrag vom Brutto |
| Unterkunft am Dienstort | Verfügbar | Selbst zu tragen |
| Qualifizierung danach | Berufsförderungsdienst | Selbst zu finanzieren |
Wo die Spezialkräfte-Zulagen greifen
Das Grundgehalt eines Feldwebels im Spezialkräfteumfeld unterscheidet sich nicht vom Feldwebel im Instandsetzungszug. Der Unterschied entsteht über Erschwerniszuschläge und Stellenzulagen: Sprungdienst, Tauchdienst, Kampfmittelabwehr, Spezialkräfteverwendung sowie Auslandsverwendungszuschlag im Einsatz.
Wichtig für die Lebensplanung: Diese Zulagen sind an die Verwendung gekoppelt. Wer aus der operativen Verwendung in einen Stabsposten wechselt, verliert sie — das Grundgehalt bleibt. Wer eine Spezialverwendung anstrebt, sollte deshalb realistisch rechnen, wie lange er sie voraussichtlich ausübt.
| Zulagenart | Wofür | Dauerhaft? |
|---|---|---|
| Familienzuschlag | Ehe / Kinder | Ja, solange Voraussetzungen gelten |
| Stellenzulage | Bestimmte Dienstposten | Nur auf dem Dienstposten |
| Erschwerniszuschlag Sprungdienst | Fallschirmsprungdienst | Nur bei aktiver Verwendung |
| Erschwerniszuschlag Tauchdienst | Taucherverwendung | Nur bei aktiver Verwendung |
| Auslandsverwendungszuschlag | Einsatz nach Gefährdungsstufe | Nur während des Einsatzes |
Häufige Fragen
Wie finde ich meine Besoldungsgruppe?+
Über den Dienstgrad in der Anlage zum Bundesbesoldungsgesetz. Die Verwendung ändert die Gruppe nicht, nur die Zulagen.
Steigt das Gehalt automatisch?+
Ja, über die Erfahrungsstufen innerhalb der Besoldungsgruppe — zusätzlich bei jeder Beförderung und bei allgemeinen Besoldungsanpassungen.
Verdient man in Spezialverwendungen mehr?+
Das Grundgehalt bleibt gleich, aber Erschwernis- und Spezialzulagen für Sprung-, Tauch- oder Spezialkräftedienst kommen obendrauf — solange die Verwendung besteht.
Gilt die Bundesbesoldung auch für die Bundespolizei?+
Ja. Bundeswehr und Bundespolizei liegen beide in der Bundesbesoldung, Landespolizeien dagegen in der jeweiligen Landesbesoldung.
Wie viel verdient ein Soldat im ersten Jahr?+
Mannschaftsdienstgrade starten in den unteren Besoldungsgruppen (A3 bis A5) mit der ersten Erfahrungsstufe. Den genauen Betrag liefert nur die aktuell gültige Bundesbesoldungstabelle — Forenzahlen aus alten Besoldungsrunden sind regelmäßig veraltet.
Verdient man beim KSK mehr als in der Truppe?+
Das Grundgehalt ist identisch, weil es am Dienstgrad hängt. Der Unterschied entsteht über Erschwernis- und Stellenzulagen für Sprung-, Tauch- und Spezialkräftedienst sowie über Auslandsverwendungszuschläge.
Zahlen Soldaten Sozialabgaben?+
Nein. Es fallen keine Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung an. Abgezogen werden im Wesentlichen Lohnsteuer, Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Gilt die Bundesbesoldung auch für Polizisten?+
Für die Bundespolizei ja. Landespolizeien wie das SEK NRW oder das SEK Bayern werden nach der jeweiligen Landesbesoldung bezahlt, die von der Bundesbesoldung abweichen kann.
Wie oft steigt das Gehalt?+
Über drei Wege: automatisch mit der nächsten Erfahrungsstufe, bei Beförderung in eine höhere Besoldungsgruppe und bei allgemeinen Besoldungsanpassungen.
Besoldungstabelle Bundeswehr ist Teil der Kategorie Recht & Verwaltung und im Auswahlverfahren-Kontext von Deutschland relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.
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Verwandte Begriffe
Im Auslandseinsatz kommt zum Grundgehalt der steuerfreie Auslandsverwendungszuschlag, gestaffelt nach Gefährdungsstufe des Einsatzlandes, plus Sachleistungen (Unterkunft, Verpflegung). Die Stufen werden je Einsatzgebiet festgelegt.
Online-Portal der Bundeswehr, über das jede Bewerbung läuft: Registrierung, Upload der Zeugnisse, Terminvergabe im Karrierecenter und Statusverfolgung. Ohne vollständiges Profil startet kein Auswahlverfahren.
Beide zahlen nach Besoldungsrecht, unterscheiden sich aber in Einstieg, Zulagenstruktur und Verlauf: Bundeswehr punktet mit Einsatz- und Spezialzulagen sowie Berufsförderung, Polizei mit Lebenszeitverbeamtung, Schichtzulagen und Landesbesoldung.
Vom Brutto gehen Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ab — Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung fallen für Soldaten nicht an. Deshalb liegt der Netto-Anteil deutlich über einem gleich hohen Brutto in der Privatwirtschaft.
Regionale Dienststelle, in der Eignungsfeststellung, CAT-Test, ärztliche Untersuchung und Einplanungsgespräch stattfinden. Es gibt Karrierecenter u. a. in Düsseldorf, Hannover, München und Berlin.
Offizieranwärter starten in A-Besoldung und werden während des Studiums an der Universität der Bundeswehr voll bezahlt. Mit Leutnant beginnt in der Regel A9, Hauptmann liegt bei A11 bis A12, Stabsoffiziere darüber.
