Militär – Allgemein
Alle Fachbegriffe der Kategorie Militär – Allgemein im Kontext von Auswahlverfahren bei Militär- und Polizei-Spezialeinheiten in DACH & Benelux.
AGA – Allgemeine Grundausbildung
DEDreimonatige Grundausbildung jedes Soldaten mit Schießausbildung, Gefechtsdienst, Marschtraining und Wehrrecht.
Armée luxembourgeoise
LUKleine Berufsarmee Luxemburgs mit rund 1.200 Angehörigen, Kern ist das Centre Militaire Diekirch. Sie dient zugleich als Rekrutierungsbasis für Police Grand-Ducale und Zoll.
Aushebung
CHFrüherer Schweizer Begriff für die militärische Musterung. Heute heißt das Verfahren Rekrutierung und dauert zwei bis drei Tage.
Belgische Streitkräfte
BEStreitkräfte Belgiens (Belgian Defence) mit Heer, Luftwaffe, Marine und medizinischer Komponente.
BS – Berufssoldat
DEDienstverhältnis auf Lebenszeit in der Bundeswehr bis zur besonderen Altersgrenze. Für Spezialkräfte-Verwendungen praktisch Voraussetzung, weil die Ausbildung Jahre bindet.
Bundesheer (Österreich)
ATStreitkräfte Österreichs mit allgemeiner Wehrpflicht, sechs Monaten Grundwehrdienst und einem Kaderanteil aus Berufs- und Milizsoldaten. Spezialeinheit ist das Jagdkommando.
BW – Bundeswehr
DEStreitkräfte Deutschlands mit Heer, Marine, Luftwaffe, Streitkräftebasis, Sanitätsdienst und dem Cyber- und Informationsraum.
Composante Terre / Landcomponent
BELandstreitkräfte der belgischen Defensie/La Défense. Umfasst Motorisierte Brigade, Special Operations Regiment (SOR) und Combat Support/Service Support. Aufnahme über die zentralen épreuves de sélection / selectieproeven der Defensie.
Contingent luxembourgeois pour l'OTAN
LULuxemburgischer Beitrag zu NATO- und EU-Einsätzen (KFOR, EUFOR, EFP). Voraussetzung: erweiterte Sport-, Sprach- und medizinische Tauglichkeit über die reguläre Grundausbildung hinaus.
Durchdiener (DD)
CHModell der Schweizer Wehrpflicht: Gesamte Dienstpflicht (300 Diensttage) am Stück geleistet. Beliebter Weg in AAD 10, MP Spez Det und Berufsmilitär.
Durchdiener vs. Rekrutenschule
CHDurchdiener leisten die gesamte Dienstpflicht in einem Zug ab, der Regelweg führt über Rekrutenschule und jährliche Wiederholungskurse. Für Selektionen zu AAD 10, MP Spez Det oder Grenadieren ist der Durchdiener-Weg zeitlich der direktere.
Feldjäger
DEMilitärpolizei der Bundeswehr für Ordnungs-, Sicherungs-, Verkehrs- und Personenschutzaufgaben. Eigene Auswahl mit Sport-, Rechts- und Persönlichkeitsanteilen.
Festungswächterkorps
CHBerufsformation der Schweizer Armee zur Bewachung und Werterhaltung militärischer Anlagen. Auswahl mit Sport-, Wissens- und Persönlichkeitstest.
Freiwilliger Wehrdienst (FWD)
DEZeitlich befristeter Dienst von 7 bis 23 Monaten mit Grundausbildung und anschließender Verwendung. Er gilt als klassischer Einstieg, um Spezialverwendungen und Auswahlverfahren später anzustreben.
Gardebataillon (Wien)
ATEliteverband des Bundesheers in Wien mit protokollarischen und sicherheitspolizeilichen Aufgaben. Auswahl mit erhöhten Sport- und Auftrittsanforderungen.
Grundwehrdiener
ATWehrpflichtiger im sechsmonatigen Grundwehrdienst des österreichischen Bundesheeres. Aus diesem Pool rekrutieren sich Kader-, Miliz- und Jagdkommando-Anwärter.
Heer
DELandstreitkräfte der Bundeswehr mit Infanterie, Panzertruppe, Artillerie, Pionieren und den Spezialkräften KSK sowie den EGB-Kräften.
Heeresabwehramt (HAA)
ATMilitärischer Inlandsnachrichtendienst Österreichs (Spionage- und Sabotageabwehr). Eigene Sicherheitsüberprüfung und Verwendungsgruppen-Tests.
Heeresnachrichtenamt (HNaA)
ATMilitärischer Auslandsnachrichtendienst Österreichs. Rekrutiert teils aus dem Jagdkommando und stellt eigene Auswahlverfahren mit Sicherheitsüberprüfung.
Heimatschutz
DEKräfte für Schutz-, Sicherungs- und Katastrophenhilfeaufgaben im Inland, überwiegend durch Reservisten getragen. Der Dienst „Dein Jahr für Deutschland“ verbindet Grundausbildung mit Heimatschutzverwendung.
KIOP – Kräfte für internationale Operationen
ATVerband des Bundesheers für UN-/EU-Auslandseinsätze (KFOR, EUFOR, UNIFIL). Eigene Auswahl mit Sport-, Sprach- und psychologischen Tests.
KPE – Kaderpräsenzeinheit
ATFreiwillige, schnell verlegbare Miliz-Einheiten mit erhöhter Bereitschaft. Voraussetzung für viele Auslandseinsätze (KIOP) und Sprungbrett Richtung Jagdkommando.
Luftwaffe
DELuftstreitkräfte der Bundeswehr mit fliegendem Personal, Luftverteidigung und dem Objektschutzregiment als eigenem infanteristisch geprägten Bereich.
MAD – Militärischer Abschirmdienst
DENachrichtendienst der Bundeswehr; prüft Bewerber für sicherheitsrelevante Positionen wie das KSK.
MAD Ü1 / Ü2 / Ü3
DEDrei Stufen der Sicherheitsüberprüfung: Ü1 einfach, Ü2 erweitert (z.B. KSK-Bewerber), Ü3 erweitert mit Sicherheitsermittlungen.
Marine
DESeestreitkräfte der Bundeswehr mit Fregatten, U-Booten, Marinefliegern und den Spezialkräften des Kommandos Spezialkräfte Marine (Kampfschwimmer, Minentaucher).
Militärische Sicherheit (Mil Sich)
CHTruppengattung der Armee mit Militärpolizei, Personenschutz und Informationsschutz. Voraussetzung u. a. Berufsmilitär-Selektion oder MP Spez Det Bewerbung.
Militärstreife & Militärpolizei (MilStrf&MP)
ATMilitärpolizeilicher Wachkörper des Bundesheers. Auswahl mit erweitertem Sport-, Fahr- und Schießtest sowie psychologischer Eignung.
Miliz (Österreich)
ATVerfassungsmäßig verankertes Milizsystem des Bundesheers. Nach dem Grundwehrdienst folgen Truppen- und Kaderübungen (Milizübungen) – Voraussetzung für viele Spezialverwendungen.
Miliz vs. Berufsheer
ATDas österreichische Bundesheer kombiniert Grundwehrdiener, Milizsoldaten mit Übungsverpflichtung und Kaderpersonal im Berufsstand. Für den Weg ins Jagdkommando ist die Kaderlaufbahn der schnellere, die Miliz der längere Zugang.
NDB – Nachrichtendienst des Bundes
CHZiviler Nachrichtendienst der Schweiz (im VBS). Bewerbung mit umfassender Personensicherheitsprüfung (PSP) und Fachauswahl.
Neuer Wehrdienst
DEReformmodell des Wehrdienstes mit verpflichtender Erfassung und zunächst freiwilligem Dienst. Für Bewerber relevant als früher, planbarer Einstieg in militärische Laufbahnen.
Objektschutz (Luftwaffe)
DESchutz militärischer Liegenschaften und Flugplätze durch das Objektschutzregiment der Luftwaffe — infanteristisch geprägte Verwendung mit eigenem Ausbildungsgang.
OffzBew – Offiziersbewerber
DEBewerber für die Offizierslaufbahn mit eigenem Verfahren aus Assessment, Führungskompetenztests und Eignungsfeststellungsverfahren.
Orientierungstag (OT)
CHInformationstag für angehende Schweizer Wehrpflichtige vor der Rekrutierung, an dem Funktionen, Anforderungen und Sporttests vorgestellt werden.
Rekrutierung (Schweiz)
CHZwei- bis dreitägige Eignungsabklärung der Schweizer Armee mit Medizin, Sporttest, Psychologie und Funktionszuteilung. Basis für jede Spezialkräfte-Bewerbung.
Sanitätsdienst der Bundeswehr
DEMilitärischer Organisationsbereich für medizinische Versorgung — von Einsatzsanitätern und Notfallsanitätern bis zu Sanitätsoffizieren mit Medizinstudium. Eigene Verwendungsreihen, dieselbe Grundausbildung und Sportanforderungen wie die Truppe.
SaZ – Soldat auf Zeit
DEBefristetes Dienstverhältnis in der Bundeswehr, üblich sind 4, 8, 12 oder 25 Jahre. Für Spezialkräfte-Verwendungen sind längere Verpflichtungszeiten Voraussetzung.
Schweizer Armee
CHAls Milizarmee organisierte Streitkräfte der Schweiz mit Rekrutenschule, Wiederholungskursen und einem kleinen Berufsanteil, zu dem AAD 10 und MP Spez Det gehören.
SGA – Spezifische Grundausbildung
DEEinheitsspezifische Ausbildung nach der Allgemeinen Grundausbildung, je nach Verwendung drei bis neun Monate. Erst danach beginnen Spezialisierungslehrgänge.
Spitalbataillon (Schweiz)
CHSanitätsformation der Schweizer Armee für Spital- und Triagebetrieb im Einsatzfall. Voraussetzung: medizinische/pflegerische Vorbildung oder Sanitätssoldat-Funktion.
SREL – Service de Renseignement de l'État
LUZiviler Nachrichtendienst Luxemburgs. Rekrutierung teils aus Armee, Polizei und Zoll — mit Sicherheitsüberprüfung und mehrstufigem Assessment.
Stellung (Österreich)
ATÖsterreichische Musterung zur Feststellung der Wehrtauglichkeit mit Medizin, Sporttest und Psychologie. Grundlage für Grundwehrdienst und Kaderlaufbahn.
Streitkräftebasis (SKB)
DEStreitkräftegemeinsamer Unterstützungsbereich der Bundeswehr für Logistik, Sanitätslogistik, ABC-Abwehr, Feldjäger und Führungsunterstützung.
T1 / T2 / T3 – Tauglichkeitsgrade
DEMusterungsgrade: T1 uneingeschränkt tauglich, T2 mit Einschränkungen, T3 nicht wehrdienstfähig.
Wehrdienst vs. Ausbildung bei der Bundeswehr
DEDer Wehrdienst ist ein zeitlich begrenzter Dienst mit militärischer Grundbefähigung, die Ausbildung als Soldat auf Zeit führt in eine Verwendungsreihe mit ziviler Anerkennung. Beide Wege starten mit derselben Grundausbildung.
WK – Wiederholungskurs
CHJährlicher dreiwöchiger Truppendienst für Schweizer Milizsoldaten nach der Rekrutenschule, bis die Diensttage erfüllt sind.
Zeitsoldat vs. Berufssoldat
DESoldaten auf Zeit dienen eine festgelegte Verpflichtungszeit mit anschließender Berufsförderung, Berufssoldaten bleiben bis zur Pensionierung. Die Übernahme zum Berufssoldaten setzt Beurteilung, Verwendungsbedarf und meist eine Laufbahnprüfung voraus.
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