Rekrutenschule (RS)
Militärische Grundausbildung der Schweizer Armee, in der Regel 18 Wochen — je nach Truppengattung und Funktion (z. B. Kader- oder Spezialformationen) auch länger. Sie entscheidet über Funktion, Weiterverwendung und den Zugang zu Kader- oder Spezialformationen.
Die Rekrutenschule (RS) ist die militärische Grundausbildung der Schweizer Armee und dauert 18 Wochen. Sie beginnt mit der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) und geht in die Funktionsgrundausbildung über — sie entscheidet faktisch darüber, welche Funktion, welches Kader und welche Spezialformation für dich später erreichbar sind.
Ablauf der 18 Wochen
Die ersten Wochen sind für alle gleich: Formaldienst, persönliche Ausrüstung, Waffenhandhabung mit dem Sturmgewehr 90, Schiessausbildung, ABC-Schutz, Sanitätsgrundlagen, Marsch- und Geländedienst sowie viel Sport. Danach trennen sich die Wege nach Funktion — Panzergrenadier, Übermittler, Sanität, Genie, Militärpolizei, Aufklärer und so weiter. In der letzten Phase wird im Verband geübt, häufig mit mehrtägigen Übungen im Feld.
Wer für ein Kader vorgesehen ist, wird während der RS beobachtet und angesprochen. Der Kadervorschlag basiert auf Leistung, Verhalten, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit — nicht auf Lautstärke.
| Phase | Zeitraum | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| AGA | Woche 1–7 | Grundlagen: Waffe, Schiessen, Formaldienst, Sport, Geländedienst |
| Funktionsgrundausbildung | Woche 8–13 | Fachausbildung in der zugeteilten Funktion |
| Verbandsausbildung | Woche 14–18 | Übungen im Zug/Kompanieverband, Feldbetrieb |
Körperliche Anforderungen
Die RS ist kein Sportlager, aber der Alltag ist körperlich: Märsche mit Rucksack und Waffe, Nachtübungen, wenig Schlaf, Wachdienst und ein hoher Anteil Stehen und Tragen. Wer ohne Laufgrundlage anreist, verliert die ersten Wochen an Muskelkater, Blasen und Überlastungsbeschwerden — genau in der Zeit, in der Kaderpotenzial beurteilt wird.
Sinnvolle Vorbereitung: 8 bis 12 Wochen mit drei Laufeinheiten (davon eine lange, ruhige Einheit über 60 bis 90 Minuten), zwei Ganzkörper-Krafteinheiten mit Kniebeugen, Klimmzügen, Rudern und Rumpfarbeit, dazu wöchentlich ein Marsch mit 10 bis 15 kg über 8 bis 15 km in eingelaufenen Kampfstiefeln.
Weg in Spezialformationen
AAD 10, MP Spez Det, Fallschirmaufklärer Kp 17 und Grenadiere rekrutieren aus der Truppe — die RS ist die Eintrittskarte. Wer diesen Weg will, sollte früh mit dem Zugführer sprechen, das Durchdiener-Modell prüfen und die jeweilige Vorselektion (Eignungsprüfung, Sport, Schwimmen) parallel trainieren.
Typische Fehler
Unvorbereitet anreisen, falsches Schuhwerk, keine eingelaufenen Stiefel, zu wenig Schlaf in den Wochenenden, Diskutieren statt Umsetzen — und der häufigste: erst in der RS merken, dass man eine bestimmte Funktion wollte. Die Funktionszuteilung entsteht bereits bei der Rekrutierung, nicht in Woche 6.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Rekrutenschule?+
18 Wochen, davon rund sieben Wochen Allgemeine Grundausbildung. Anschliessend folgen entweder Wiederholungskurse in der Miliz oder — beim Durchdiener — die restlichen Diensttage am Stück.
Kann man die Funktion in der RS noch wechseln?+
Nur in Ausnahmefällen. Die Zuteilung erfolgt bei der Rekrutierung anhand von Tauglichkeit, Testergebnissen, Wünschen und Bedarf. Wer eine bestimmte Funktion will, muss das früh und begründet einbringen.
Wie fit muss ich am ersten Tag sein?+
Ein 12-Minuten-Lauf über 2600 bis 2800 m, 8 bis 10 saubere Klimmzüge und ein 15-km-Marsch mit 15 kg ohne Zusammenbruch sind eine gute Basis, um die RS nicht als Fitnessprogramm, sondern als Ausbildung zu erleben.
Ist die RS die Voraussetzung für AAD 10?+
Ja. Alle Schweizer Spezialformationen setzen die absolvierte Grundausbildung voraus; die Selektion erfolgt danach über eigene Prüfungen.
Rekrutenschule (RS) ist Teil der Kategorie Ausbildung & Dienstgrade und im Auswahlverfahren-Kontext von Schweiz relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.
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