Musterung
Historische Tauglichkeitsuntersuchung der Wehrpflichtigen; seit Aussetzung der Wehrpflicht 2011 erfolgt die Eignungsfeststellung im Karrierecenter.
Musterung war die verpflichtende Tauglichkeitsuntersuchung der Wehrpflicht. Seit deren Aussetzung 2011 läuft die Eignungsfeststellung freiwillig im Karrierecenter der Bundeswehr — medizinisch, sportlich und kognitiv. Mit dem neuen Wehrdienstgesetz rückt der Begriff wieder in die Debatte zurück.
Was heute statt der Musterung passiert
Wer sich bei der Bundeswehr bewirbt, wird zur Eignungsfeststellung in ein Karrierecenter eingeladen. Dort laufen ärztliche Untersuchung, computergestützter Testteil, Sporttest und ein strukturiertes Gespräch — inhaltlich der Nachfolger der alten Musterung, nur freiwillig und mit Laufbahnbezug.
Die ärztliche Untersuchung deckt Seh- und Hörtest, Blutdruck, Belastungs-EKG, Labor, Orthopädie sowie eine Anamnese ab. Vorerkrankungen sind kein automatisches Ausschlusskriterium, aber sie steuern den Tauglichkeitsgrad und damit die möglichen Verwendungen.
Tauglichkeitsgrade verstehen
Am Ende steht ein Tauglichkeitsgrad, der festlegt, welche Verwendungen offen sind. Für Spezialkräfte, fliegendes Personal oder Taucherverwendungen gelten gesonderte, deutlich engere medizinische Anforderungen — dort entscheidet zusätzlich eine spezielle Untersuchung.
| Grad | Bedeutung (vereinfacht) |
|---|---|
| T1 / T2 | Voll verwendungsfähig, auch für belastende Verwendungen |
| T3 | Verwendungsfähig mit Einschränkungen |
| T4 / T5 | Deutliche Einschränkungen, viele Verwendungen entfallen |
| T6 / T7 | Nicht verwendungsfähig bzw. vorübergehend nicht wehrdienstfähig |
Vorbereitung: die vier Wochen davor
Praktisch zählen vier Dinge: Ausdauergrundlage aufbauen, Klimmhängen und Pendellauf gezielt üben, Schlaf und Flüssigkeitshaushalt in Ordnung bringen und alle medizinischen Unterlagen vollständig mitbringen — Impfpass, Befunde, Brillenpass, Medikamentenliste.
Als Coach sehe ich den häufigsten Stolperstein nicht im Sporttest, sondern in unvollständigen Unterlagen: Fehlt ein Facharztbefund, wird die Entscheidung verschoben und der ganze Bewerbungsprozess verliert Wochen.
Häufige Fragen
Gibt es die Musterung noch?+
Nicht als Pflichtuntersuchung. Seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 findet die Eignungsfeststellung freiwillig im Karrierecenter statt.
Wie lange dauert die Untersuchung?+
In der Regel ein bis zwei Tage, abhängig von Laufbahn und ob Zusatzuntersuchungen nötig sind.
Was bedeutet T1 oder T2?+
Beide stehen für volle Verwendungsfähigkeit. Erst ab T3 werden Verwendungen eingeschränkt.
Musterung ist Teil der Kategorie Medizin & Tauglichkeit und im Auswahlverfahren-Kontext von Deutschland relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.
Bereit für dein Auswahlverfahren?
Über 400 bestandene Verfahren. Kostenloses Erstgespräch.
Erwähnt in diesen Ratgebern
Musterung Station für Station, Tauglichkeitsgrade T1 bis T5 verständlich erklärt, Computertest und die richtige Vorbereitung in 14 Tagen.
Fragebogen, Musterung, Dienstzeit, Sold, Reserve: Was seit dem 1. Januar 2026 wirklich gilt — für Jahrgang 2008 und alle, die freiwillig dienen wollen. Inklusive Ablaufdiagramm und Sold-Tabelle.
Verwandte Begriffe
Messung der Hörschwellen über mehrere Frequenzen. Im Einsatz- und Spezialkräftedienst gelten enge Grenzwerte, weil Funk- und Sprachverständlichkeit unter Lärm sicher sein muss.
In der Polizei dient der BMI meist nur als Screening-Hinweis in der ärztlichen Untersuchung, nicht als alleiniges Ausschlusskriterium. Die Schwellenwerte legen die polizeiärztlichen Untersuchungsrichtlinien der jeweiligen Behörde fest.
Urin- oder Bluttest auf Betäubungsmittel im Rahmen der Eignungsuntersuchung. Ein positiver Befund führt bei Polizei und Bundeswehr regelmäßig zum Ausschluss.
Prüfung mit Ishihara-Tafeln; eine Rot-Grün-Schwäche kann je nach Verwendung zur Nichttauglichkeit führen.
Ärztliche Eignungsuntersuchung mit orthopädischem, kardiologischem, neurologischem, augenärztlichem und HNO-Teil. Häufigste Ausschlussgründe sind Wirbelsäule, Knie und Sehschärfe.
Körpergröße-Vorgabe im Polizeidienst. Die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland und Behörde stark und wurden in den letzten Jahren mehrfach gelockert oder abgeschafft. Verbindlich sind ausschließlich die aktuellen Einstellungsvoraussetzungen der Zielbehörde.
