SEK – Spezialeinsatzkommando
Taktische Spezialeinheit der Länderpolizeien für hochriskante Festnahmen, Geisel- und Terrorlagen; jedes Bundesland hat ein eigenes SEK.
SEK-Vorbereitung ansehenSpezialeinsatzkommandos (SEK) sind die polizeilichen Spezialeinheiten der Bundesländer für Hochrisiko-Zugriffe, Geiselbefreiungen und Anti-Terror-Lagen. Jedes Bundesland unterhält mindestens ein SEK — oft ergänzt durch ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) für verdeckte Observation.
Aufgaben und Organisation
SEKs übernehmen Aufgaben, die für die Schutzpolizei zu gefährlich oder zu komplex sind: Zugriffe gegen bewaffnete Täter, Festnahmen von Gewaltverbrechern, Schutz hochgefährdeter Personen und Lagen mit Geiselnahmen. Sie arbeiten eng mit MEKs und in besonderen Fällen mit der GSG 9 zusammen.
Die Organisation variiert pro Bundesland — von Bayern (BFE+ und SEK München, Nürnberg) über NRW bis zu kleinen Flächenländern. Die Ausbildung folgt aber bundesweit ähnlichen Standards (vereinheitlicht über die AG Spezialeinheiten der LPP).
Auswahlverfahren
Voraussetzung ist eine bestandene Polizeiausbildung und in der Regel mehrere Jahre Streifendienst. Das Auswahlverfahren prüft Cooper-Test, Klimmzüge, Hindernisbahn, Schwimmen, Schießen unter Belastung, psychologische Eignung und Team-Verhalten.
Wer besteht, durchläuft eine mehrmonatige Grundausbildung, gefolgt von kontinuierlichem Trainingsbetrieb (typisch: 1–2 Trainingstage pro Woche zusätzlich zu Einsätzen).
Vorbereitung
Erfolgreiche Bewerber bringen meist ein Jahr strukturierter Vorbereitung mit. Schwerpunkte: breite aerobe Basis, zweistellige Klimmzugzahlen, Kraftausdauer im hohen Wiederholungsbereich, sicheres Schwimmen in Uniform. Die Zahlen sind Trainingsziele, keine offiziellen Bestehensgrenzen.
Mentale Komponente nicht unterschätzen: Entscheidungsfähigkeit unter Puls, Umgang mit Schlafentzug, Kommunikation im Team. Reines Krafttraining im Studio reicht nicht.
Häufige Fragen
Wer kann sich bei einem SEK bewerben?+
Aktive Beamte der Landespolizei mit abgeschlossener Ausbildung, mehrjähriger Diensterfahrung und einwandfreier Beurteilung. Die genauen Voraussetzungen variieren pro Bundesland.
Was verdient ein SEK-Beamter?+
Das Grundgehalt entspricht der jeweiligen Besoldungsgruppe (meist A9–A11) plus SEK-Zulage und einsatzbezogene Erschwerniszulagen. Konkrete Beträge variieren pro Bundesland.
SEK – Spezialeinsatzkommando ist Teil der Kategorie Polizei – Spezialeinheiten und im Auswahlverfahren-Kontext von Deutschland relevant. Wer sich auf eine Spezialeinheit vorbereitet, sollte diesen Begriff sicher einordnen können — sowohl im theoretischen Teil als auch in der praktischen Umsetzung.
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Verwandte Begriffe
Aus- und Fortbildungseinheit der GSG 9, die Bewerber nach bestandenem Eignungsauswahlverfahren zum Operator ausbildet und aktive Kräfte laufend fortbildet.
Geschlossene Einheit der Bereitschaftspolizei für Großlagen, Demonstrationen und Festnahmen; in einigen Ländern Vorstufe zur SEK-Laufbahn.
Spezialisierte Einheit der Bundespolizei für Einsätze unterhalb der GSG-9-Schwelle, auch bei Terrorlagen.
Bundesweite Vollzugspolizei (früher Bundesgrenzschutz) für Bahn-, Luft-, See- und Grenzschutz, mit eigenem Auswahlverfahren.
Fliegergruppe und Spezialstrukturen der Bundespolizei, die GSG 9 und Spezialkräfte lufttransportfähig machen — von Fast-Rope-Einsätzen bis zu Verlegungen im In- und Ausland.
Spezialeinheit der Bundespolizei, gegründet 1972 nach dem Olympia-Attentat; zuständig für Terrorlagen auf Bundesebene, Hauptstandort St. Augustin.
