Wie viel verdient man bei der Bundeswehr? Das ist eine der ersten Fragen, die neue Rekruten, SaZler oder Bewerber für den neuen Wehrdienst stellen. Und zu Recht: Wer seinen Lebensunterhalt neu planen oder eine Familie ernähren muss, muss wissen, welche Bezüge wirklich auf dem Konto landen.
In diesem Artikel erkläre ich dir die Besoldungsstruktur der Bundeswehr 2026: Brutto- und Nettogehälter, Besoldungsgruppen, Zulagen und Abzüge. Ich beziehe mich dabei auf das Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) und die offiziellen Bundeswehr-Quellen. Konkrete Netto-Beträge sind immer individuell — deshalb zeige ich dir auch, wie du deine eigene Abrechnung liest.
Aus eigener Erfahrung: Das Gehalt ist nur ein Teil der Kalkulation
In meiner Zeit als EGB-Fallschirmjäger und später als Coach für Einsatzkräfte habe ich immer wieder gesehen, dass gerade junge Soldaten überrascht sind, was auf der Abrechnung tatsächlich abgezogen wird. Gleichzeitig unterschätzen viele, wie viel Wert hinter kostenloser Unterkunft, Verpflegung, Ausbildung, Sportinfrastruktur und der Familienkasse steckt. Wer nur das Netto auf dem Konto betrachtet, verpasst den großen Zusammenhang.
Mein Tipp: Rechne deine tatsächlichen Lebenshaltungskosten vorher und vergleiche sie mit einem zivilen Ausbildungsgehalt. Oft ist der Bundeswehr-Job finanziell attraktiver, als es auf den ersten Blick aussieht.
Die rechtliche Grundlage: Bundesbesoldungsgesetz
Die Bezüge von Soldaten werden nicht individuell ausgehandelt. Sie richten sich nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) und dessen Anlage IV. Dort sind die Besoldungsordnungen A, B, C, R und W festgelegt. Für die meisten Soldaten ist die Besoldungsordnung A maßgeblich: sie gilt für Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere bis zum höheren Dienst.
Die Bundeswehr stellt ihre eigenen Bezüge-Tabellen und Musterabrechnungen auf bundeswehr.de und bundeswehrkarriere.de bereit. Dort findest du auch detaillierte Bezügebeispiele für die einzelnen Laufbahnen.
Bruttosold nach Besoldungsgruppe (ab Mai 2026)
Die folgenden Werte sind Bruttomonatsbeträge in Stufe 1 der Besoldungsordnung A. Sie zeigen die näherungsweisen Grundgehälter ab Mai 2026, wie sie aus der letzten Anpassung des Bundesbesoldungsgesetzes resultieren. Die finale Verkündung des Bundesalimentationsgesetzes kann die Zahlen noch leicht verändern — behalte die offiziellen Tabellen im Blick.
| Besoldungsgruppe | Typischer Dienstgrad | Grundgehalt Stufe 1 (ca. € brutto/Monat) |
|---|---|---|
| A 5 | Rekrut, Soldat, Gefreiter | ca. 2.940 – 2.960 |
| A 6 | Obergefreiter, Hauptgefreiter | ca. 3.000 – 3.020 |
| A 7 | Stabsgefreiter, Unteroffizier-Anwärter | ca. 3.050 – 3.080 |
| A 8 | Unteroffizier, Stabsunteroffizier | ca. 3.160 – 3.190 |
| A 9 | Feldwebel, Oberfeldwebel | ca. 3.350 – 3.380 |
| A 10 | Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel | ca. 3.520 – 3.550 |
| A 11 | Oberstabsfeldwebel, Leutnant | ca. 3.700 – 3.750 |
| A 12 | Oberleutnant, Hauptmann | ca. 4.000 – 4.050 |
Stufe 1 bedeutet: Du bekommst das Eingangsgehalt der Besoldungsgruppe. Mit jedem weiteren Dienstjahr in der gleichen Gruppe steigst du in die nächste Stufe auf — das kann den monatlichen Bruttosold nach einigen Jahren um einige Hundert Euro erhöhen. Stufe 8 ist das Maximum innerhalb einer Gruppe.
Von Brutto zu Netto: Was bleibt übrig?
Ein Bruttosold von 2.950 € bedeutet nicht, dass 2.950 € auf deinem Konto ankommen. Die wichtigsten Abzüge sind:
- Lohnsteuer — abhängig von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Kirchenmitgliedschaft.
- Solidaritätszuschlag — fällt nur für höhere Einkommen an; bei Einsteiger-Gehältern meist nicht.
- Kirchensteuer — nur wenn du einer Kirchensteuer erhebenden Religionsgemeinschaft angehörst.
- Sozialabzüge — Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
- Sachbezug Unterkunft/Verpflegung — wenn die Bundeswehr dich kostenlos verpflegt und unterbringt, wird das als geldwerter Vorteil versteuert oder abgerechnet.
Ein lediger Rekrut in Steuerklasse I mit ca. 2.950 € brutto kann 2026 realistisch mit etwa 2.000–2.200 € netto rechnen. Bei verheirateten Soldaten oder Soldaten mit Kindern (Steuerklasse III/V mit Kindern) kann das Netto deutlich höher liegen, weil Familienzuschlag und günstigere Steuerklassen greifen.

Zulagen, die dein Gehalt aufbessern
Neben dem Grundgehalt gibt es eine Reihe von Zulagen. Die wichtigsten für die meisten Soldaten:
- Familienzuschlag — über die Familienkasse der Bundeswehr. Ergänzt das Einkommen bei Ehepartnern und Kindern und kann je nach Situation mehrere Hundert Euro im Monat bedeuten.
- Trennungsgeld — wenn du aus dienstlichen Gründen von deiner Wohnung und deiner Familie getrennt bist.
- Verpflegungsgeld — wenn du nicht in der Bundesküche essen kannst und eine Tagespauschale erhältst.
- Auslandszuschlag — für Auslandsverwendungen, gestaffelt nach Land und Einsatzbedingungen.
- Erschwerniszulagen — für Nacht-, Wochenend-, Schicht- oder Flugdienst, schwere körperliche Belastungen und ähnliches.
- Amts- und Stellenzulagen — für besondere Funktionen wie Truppführer, Ausbilder oder Führungsaufgaben.
- Leistungsprämien — für herausragende Leistungen oder lange Dienstzeiten.
Für Spezialverwendungen wie Fallschirmjäger, Gebirgsjäger, Kampfschwimmer oder Kommando-Soldaten können zusätzliche Verwendungszulagen oder Prämien gelten. Auch hier lohnt sich ein Blick in die offizielle Bundeswehr-Besoldungs-Übersicht.

FWDL, SaZ oder Berufssoldat — was verdient wen?
Dein Besoldungsgruppen-Einstieg hängt von der Laufbahn ab:
- Freiwillig Wehrdienst Leistende (FWDL) — meist Einstufung in A 5 bis A 7, je nach Vorbildung und Dienstgrad. Die Bezüge sind dieselben wie bei aktiven Soldaten der gleichen Besoldungsgruppe.
- Soldat auf Zeit (SaZ) — typischerweise Einstieg in A 5 bis A 7, nach Unteroffizier-Ausbildung steigt du in A 8 bis A 10 auf.
- Berufssoldat — langfristige Laufbahn, Beförderungen bis in die höheren Unteroffizier- oder Offizierbesoldungsgruppen.
- Offizier — Einstieg als Leutnant meist in A 11, als Oberleutnant in A 12, später als Hauptmann, Major, Oberstleutnant usw. in höhere Gruppen.
Egal welche Laufbahn du wählst: Die Beförderung in den nächsten Dienstgrad ist der zuverlässigste Weg, dein Sold zu erhöhen. Wer sich auf Spezialeinheiten wie das Kommando Spezialkräfte (KSK) vorbereitet, sollte wissen, dass die Ausbildung selbst oft in Standardbesoldungsgruppen läuft — zusätzliche Prämien kommen erst mit der erfolgreichen Spezialisierung.
Wie liest du deine Bundeswehr-Abrechnung?
Die Abrechnung der Bundeswehr ist eine klassische Dienstbezügemitteilung. Die wichtigsten Posten im Überblick:
- Grundgehalt — dein Besoldungsgruppen-Grundbetrag in der aktuellen Stufe.
- Amts- und Stellenzulagen — Funktionszulagen.
- Erschwerniszulagen — z. B. für besondere Dienstzeiten oder Belastungen.
- Familienzuschlag / Kinderzuschlag — aus der Familienkasse.
- Auslandszuschlag / Trennungsgeld — bei Abordnung oder Einsatz.
- Sachbezug Unterkunft/Verpflegung — wird als geldwerter Vorteil ausgewiesen oder versteuert.
- Abzüge — Steuern, Sozialversicherung, Kirchensteuer, ggf. Beiträge.
- Auszahlungsbetrag — das Netto, das auf dein Konto überwiesen wird.
Wenn du eine Abrechnung nicht verstehst, frage frühzeitig deinen Kompaniefeldwebel oder das zuständige Verwaltungsbüro. Die meisten Abzüge sind gesetzlich vorgegeben und lassen sich nicht vermeiden — aber du solltest wissen, wofür sie anfallen.
Gehalt erhöhen: Die wichtigsten Hebel
Wer bei der Bundeswehr langfristig mehr verdienen will, hat mehrere Möglichkeiten:
- Beförderung — jeder höhere Dienstgrad bedeutet in der Regel eine höhere Besoldungsgruppe.
- Besoldungsstufe — je länger du in einer Gruppe bist, desto höher wird dein Stufen-Betrag.
- Laufbahnwechsel — Unteroffizier- und Offizierlaufbahnen führen zu höheren Gruppen.
- Auslandsverwendung — Auslandszuschlag, Trennungsgeld und Sondervergütungen können das Netto deutlich erhöhen.
- Spezialisierung — Fallschirm, Gebirge, Marine, Kommando, Ausbilderfunktionen können mit Zulagen verbunden sein.
Wer sich also früh für eine klar definierte Laufbahn entscheidet, kann seinen langfristigen Verdienst besser planen. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur Bundeswehr Grundausbildung: Ablauf, Dauer & Vorbereitung und im Beitrag zum neuen Wehrdienst.
Wichtige Hinweise für deine Planung
Damit du später nicht überrascht bist, hier die wichtigsten Planungsregeln:
- Rechne immer mit dem Netto, nicht mit dem Brutto. Verwende dafür einen aktuellen Brutto-Netto-Rechner oder frage dein zuständiges Bundeswehr-Verwaltungsbüro.
- Wenn du in der Kaserne untergebracht und verpflegt wirst, werden Sachbezüge versteuert — das reduziert den Netto-Betrag gegenüber einem zivilen Job mit ähnlichem Brutto.
- Familie, Kinder, Ehepartner und Wohnort beeinflussen Steuerklasse, Familienzuschlag und Trennungsgeld erheblich.
- Auslandsverwendungen ändern das Bild komplett: Auslandszuschlag, Einsatzvergütungen und ggf. steuerfreie Zulagen können das Netto stark erhöhen.
- Veränderungen im Bundesbesoldungsgesetz oder im Bundesalimentationsgesetz wirken sich auf alle Soldaten aus. Halte dich über aktuelle Anpassungen auf bundeswehr.de auf dem Laufenden.
Fazit
Das Bundeswehr-Gehalt 2026 ist transparent, aber nicht eindimensional. Ein Rekrut in A 5 startet mit etwa 2.940–2.960 € brutto und kann nach Abzügen mit etwa 2.000–2.200 € netto rechnen — mehr bei Familie, Zulagen oder Auslandsverwendung. Langfristig steigen die Bezüge durch Beförderungen, Stufenaufstiege und Laufbahnentscheidungen deutlich.
Wer die Bundeswehr als Karriere startet, sollte nicht nur das erste Gehalt betrachten, sondern die Gesamtkalkulation: Ausbildung, Unterkunft, Verpflegung, Familienkasse, Sportmöglichkeiten und langfristige Aufstiegschancen. Rechne dir deine Situation konkret durch — am besten mit den offiziellen Bundeswehr-Bezügerechnern und deinem zukünftigen Verwaltungsbüro.




