
KSK und Führung unter Extrembedingungen: Warum das Potenzialfeststellungsverfahren mehr ist als ein Eignungstest
09. März 2026 · Erschienen in der Süddeutschen Zeitung
Deutschland diskutiert über Sicherheit. Über Verteidigungsfähigkeit, Ausstattung und strategische Ausrichtung. Doch eine Frage wird seltener gestellt: Wer trägt unter extremen Bedingungen Verantwortung — und nach welchen Kriterien werden diese Menschen ausgewählt?
Das Potenzialfeststellungsverfahren des Kommandos Spezialkräfte steht exemplarisch für einen tiefgreifenden Wandel im Verständnis von Leistungsfähigkeit.
Vom Körpertest zum Führungsinstrument
Während sich Auswahlverfahren früher primär auf körperliche Belastbarkeit fokussierten, rücken heute andere Faktoren in den Mittelpunkt: Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit, kognitive Stabilität bei Erschöpfung, Teamfähigkeit unter Druck, strukturelle Belastungssteuerung über längere Zeiträume.
Es geht nicht mehr um isolierte Stärke. Es geht um tragfähige Verantwortung.
Das PFV steht damit sinnbildlich für einen kulturellen Wandel: Leistung wird nicht mehr punktuell gemessen, sie wird systematisch vorbereitet.
Warum viele Anwärter nicht an Willen scheitern
Hinter dem NXTGEN Podcast stehen Samuel Come und Denis Pfeifer — beide ehemalige Soldaten aus spezialisierten Einheiten der Bundeswehr, mit langjähriger Erfahrung in der Vorbereitung auf militärische Auswahlverfahren.
Was sie verbindet: die Beobachtung, dass viele junge Anwärter nicht an fehlendem Willen scheitern, sondern an fehlender Struktur. Training wird oft als rein körperliche Aufgabe verstanden. Auswahlverfahren wie das PFV zeigen jedoch: Entscheidend ist die systematische Vorbereitung auf Belastung, nicht die punktuelle Leistungsdemonstration.
NXTGEN Athlete GmbH entstand aus genau dieser Lücke.
Die Gäste: wer Auswahl- und Führungsverantwortung trägt
Im NXTGEN Podcast wird diese Frage mit Persönlichkeiten diskutiert, die seit Jahrzehnten Verantwortung in diesem Bereich tragen:
Generalmajor Dag Baehr, ehemaliger Kommandeur des KSK und heutiger Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes. Generalmajor Jared Sembritzki, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte. Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, ehemaliger Inspekteur der Marine. Polizeidirektor Bernd Bürger, ehemaliger Kommandoführer beim USK.
Der Fokus liegt nicht auf operativen Details, sondern auf strukturellen Fragen: Wie entwickelt sich die Auswahlkultur? Welche Kriterien sind langfristig tragfähig? Was bedeutet Führung unter Extrembedingungen im 21. Jahrhundert?
Reichweite und gesellschaftliche Relevanz
In den letzten 90 Tagen verzeichnete der NXTGEN Podcast 1.950.726 Aufrufe auf YouTube, 340.568 monatliche Zuschauer und 84.912 Hörerinnen und Hörer. Insgesamt folgen über 195.208 Menschen dem Format regelmäßig — damit ist es eines der reichweitenstärksten seiner Art im DACH-Raum.
In einer Gesellschaft, die lange von Stabilität geprägt war, wurden Auswahlverfahren häufig als Hürde verstanden. Reformen wie das neue PFV zeigen: Auswahl ist Kulturpolitik im Kleinen. Sie definiert, welche Eigenschaften langfristig tragfähig sind. Leistungsfähigkeit ist kein Lifestyle-Thema. Sie ist Teil institutioneller Verantwortung — und sie beginnt nicht im Einsatz, sondern in der Auswahl.
Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Süddeutschen Zeitung.



